In Memoriam
Rolf Hünlich

Rolf Hünlich war bis zum Jahr 2005 Mitarbeiter des Weierstraß-Instituts. Während seiner gesamten Zeit am Institut war er als zuverlässiger, aufgeschlossener und rücksichtsvoller Kollege bekannt. Er verfügte über ein breites und tiefgehendes wissenschaftliches Wissen, das er großzügig und ohne Vorbehalte weitergab. Kolleginnen und Kollegen erinnern sich insbesondere an seine Geduld und seine außergewöhnliche Fähigkeit, komplexe wissenschaftliche Sachverhalte klar und umsichtig zu vermitteln. Sein Handeln war stets von einem ausgeprägten Verantwortungsbewusstsein gegenüber anderen und gegenüber dem Institut geprägt, was ihm dauerhafte Achtung und Anerkennung einbrachte.
Rolf Hünlich promovierte 1970 an der Humboldt-Universität zu Berlin unter der Betreuung von Arno Langenbach. Diese akademische Prägung spiegelte sich auch in seinem langjährigen Engagement für das Berliner Oberseminar zu nichtlinearen partiellen Differentialgleichungen wider, das er über viele Jahre hinweg organisierte.
Sein beruflicher Werdegang umfasste Stationen an der Humboldt-Universität sowie an der Akademie der Wissenschaften der DDR. Am WIAS war er von 1985 bis 2005 tätig und spielte während und nach der Phase des institutionellen Umbruchs eine wichtige Rolle. Nach der deutschen Wiedervereinigung leistete er wesentliche Beiträge zu den Evaluierungsprozessen des Instituts sowie zum Aufbau und zur Weiterentwicklung des WIAS. Als stellvertretender Leiter der Forschungsgruppe 1 und anschließend als kommissarischer Leiter im Jahr 2004 nach dem Ruhestand von Herbert Gajewski nahm er Führungsaufgaben mit großer Hingabe, Zuverlässigkeit und Integrität wahr.
Das wissenschaftliche Werk von Rolf Hünlich umfasste ein breites Themenspektrum, darunter Plastizitäts- und Elastizitätstheorie, Thermodynamik, Halbleitertechnologie und Bauelementmodellierung. Er engagierte sich stark in der akademischen Lehre, insbesondere in der mathematischen Ausbildung von Physikerinnen und Physikern, und förderte damit zahlreiche Kooperationen, die später für das WIAS von großer Bedeutung wurden. Zudem war er an der Entwicklung und Anwendung von Simulationswerkzeugen wie DIOS und WIAS-TeSCA beteiligt.
Ein besonderes Anliegen von Rolf Hünlich war die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Er warb erfolgreich zahlreiche Forschungsprojekte ein, betreute diese und begleitete Promovierende mit Sorgfalt und Engagement. Sein wissenschaftliches Vermächtnis umfasst einflussreiche Beiträge zur thermodynamischen Modellierung von Halbleiterbauelementen, die die Forschung am WIAS bis heute prägen.
Rolf Hünlich wird uns sowohl durch seine wissenschaftlichen Leistungen als auch durch seine Integrität, Großzügigkeit und sein Verantwortungsbewusstsein in Erinnerung bleiben. Durch sein Wirken und sein persönliches Vorbild hat er einen bleibenden Beitrag zur Entwicklung des Instituts geleistet. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren und seiner in Dankbarkeit und Respekt gedenken.

