Stabilisierung von Konvektions-Diffusions-Gleichungen durch
Residuenminimierung in L^1
Die Finite-Elemente-Approximation konvektions-dominanter
Konvektions-Diffusions-Gleichungen besitzt im allgemeinen unphysikalische
Oszillationen in Regionen, in denen die Lösung einen grossen Gradienten
besitzt. In der Literatur gibt es eine Reihe von Vorschlägen, diese
Oszillationen zu unterdrücken, siehe die
Übersichtsarbeit John, Knobloch
(2005). Keiner der bisherigen Vorschläge scheint jedoch das Problem der
Oszillationen entgültig lösen zu können.
Guermond schlägt in einer Arbeit von 2004 vor, die
Finite-Elemente-Lösung mittels der Minimierung des Residuums in L^1 zu
berechnen. Erste Ergebnisse sehen viel versprechend aus. Die Schwierigkeit
dieser Herangehensweise besteht darin, dass man im allgemeinen keine
Differenzierbarkeit der L^1-Norm hat und damit keine notwendige Bedingung
für ein Minimum, siehe beispielsweise die Funktion |x|.
Im Rahmen der Diplomarbeit soll ein Algorithmus aus der Arbeit von Guermond
zur L^1-Minimierung in das Programm MooNMD implementiert und verbessert
werden. Die berechneten Ergebnisse sollen mit Ergebnissen anderer
Herangehensweisen verglichen werden, die bereits in MooNMD implementiert
sind. Ein Überblick über analytische Ergebnisse zur L^1-Minimierung soll
erstellt werden und der Zusammenhang mit der l^1-Minimierung für
Gleichungssysteme. Der Schwerpunkt der Diplomarbeit liegt bei der
Implementierung von Verfahren und der kritischen Evaluierung numerischer
Simulationen.